Dienstag, 12. Dezember 2017

Buchrezension: John Boyne "Der Junge auf dem Berg"

Uff, die erste Rezension seit dem Sommer! Wie krass... das tut mir total Leid. Es gab viele Bücher über die ich schreiben wollte, aber nie dazu gekommen bin. Ich versuche mich 2018 zu bessern.
 
John Boyne "Der Junge auf dem Berg"

https://www.fischerverlage.de/buch/der_junge_auf_dem_berg/9783737340625

 (© S. Fischer Verlage, Durch Klicken auf das Cover, gelangt ihr zum Verlag)

Bibliographische Angaben
Autor: John Boyne, Übersetzer: Ilse Layer
Titel: Der Junge auf dem Berg Originaltitel: The Boy at the Top of the Mountain
Reihe: -
Erschienen am: 24.08.2017
Format: Gebunden
Seiten: 300
Preis: 16,99 €   

Zum Autor:
John Boyne ist ein irischer Autor, der zahlreiche Romane geschrieben hat. Sein bekanntester Roman ist "Der Junge im gestreiften Pyjama" der in über 50 Sprachen übersetzt wurde und viele Preise gewann.

Zum Cover:
Das Cover von "Der Junge auf dem Berg" ist angelehnt an das Cover von "Der Junge im gestreiften Pyjama" und wieder schlicht in Streifen geteilt. Dieses Mal sind die Streifen jedoch von Stacheldrahtzaun erzeugt und unter ihnen sieht man Berge. Das gesamte Cover ist rot - schwarz gehalten und auch von der Verteilung des Titels und des Namen des Autors erinnert es sehr an das frühere Buch, was natürlich ein großer Wiedererkennungswert ist. Mir gefällt es gut, auch weil es sich sehr an das andere Cover anlehnt.

Zum Buch:
"Der Junge auf dem Berg" spielt zu Beginn in Frankreich, wo die Geschichte des kleinen Pierrot erzählt wird, ein Kind mit deutschen Vater, französischer Mutter und jüdischem besten Freund. Bald sterben jedoch beide Elternteile und er wird in ein Kinderheim und dann weiter zu seiner Tante nach Deutschland geschickt. Pierrot versteht wie jedes achtjährige Kind nicht, was in den Jahren zuvor im Krieg passiert ist oder was anschließend in Deutschland vor geht. Er weiß nur, dass der Erste Weltkrieg seinem Vater nicht gut getan hat, er aber eine schöne Uniform im Schrank hatte. Pierrots Tante arbeitet jedoch auf dem Obersalzberg für Hitler, sodass der Junge sehr bald mit ihm in Kontakt kommt, seinen französischen Namen in den deutschen "Peter" ändern muss und auch seinen jüdischen Freund nicht erwähnen darf. Im Laufe der Zeit beeindruckt Hitler den Jungen immer mehr und dieser möchte vom Führer gemocht werden, woraufhin er bis er 16 Jahre alt wird viele falsche Entscheidungen trifft, die sogar einige Menschen das Leben kosten. Immer wieder beschleichen ihn Gedanken, ob die Dinge, so wie sie passieren, richtig wäre, ob er das richtige tun würde, jedoch ist er zu jung, um über die weitreichenden Folgen nachdenken zu können.

Das Buch, welches den historischen Verlauf der Weltgeschichte aufgreift und wahre Namen nennt, zeigt sehr deutlich wie leicht junge Menschen zu beeinflussen sind, wie leicht es ist ihnen eine bestimmte Sicht der Welt als die einzig richtige zu vermitteln. Es zeigt sehr gut, wie unbesonnen Kinder an alles herangehen und obwohl sie hin und wieder das Gefühl für richtig und falsch haben, sind sie ohne Hilfe nicht in der Lage die Situationen richtig einzuordnen. Der kleine Pierrot hat im Grunde gar keine Wahl. Er mag Uniformen, weil sein Papa eine hatte und Menschen in Uniformen geben ihm nun das Gefühl wichtig zu sein, etwas Besonderes zu sein, wenn er nur macht, was sie für richtig halten. Natürlich tut er das dann auch und hält es für gut und richtig und versteht auch nicht, warum andere Menschen das nicht so sehen oder sich anders verhalten. In diesem Punkt finde ich das Buch sehr gelungen! Die Beeinflussbarkeit junger Menschen wird immer ein Problem bleiben, das sich diejenigen, die es wollen, zu Nutze machen werden. Somit schafft es das Buch, meiner Meinung nach, dieses Thema ins Bewusstsein der Leser zu ziehen. 

Auch gut gefallen hat mir, dass sehr deutlich wird, dass nicht alle Menschen damals dasselbe Gedankengut hatten, dass es durchaus eine Menge Menschen gab, die gegen die Geschehennisse waren, die versuchten etwas dagegen zu tun oder sich zwar nicht trauten etwas aktiv zu unternehmen, aber trotzdem wussten, dass es so nicht richtig war. 

Ob nun alle historischen Fakten richtig recherchiert sind, ob sich alles zeitlich wirklich so oder in etwa so abgespielt hat, kann ich, trotz meinem Interesse an Geschichte, nicht sagen. Dazu müsste ich selbst vieles nachlesen. Von daher hat es mich persönlich nicht gestört. Jemanden, der sich sehr gut mit den geschichtlichen Ereignissen auskennt, könnte eine nicht exakte Darstellung natürlich  stören.
 
Fazit:
Der Autor hat mit diesem Buch wieder einmal nicht nur ein Buch für Jugendliche erschaffen, sondern ein Buch, das auch für Erwachsene durchaus lesenswert ist. Auch wenn ich manchmal schlucken musste und es mich traurig gemacht hat, wie einfach Pierrot zu beeinflussen war - und wie es wohl vielen Menschen damals ergangen ist, finde ich es seher aufrüttelnd darüber zu lesen. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Es wird sicherlich nicht jedem gefallen, sei es um der historischen Details wegen oder generell aufgrund der Geschichte und der zeitlichen Rahmen, aber wer sich darauf einlässt, wird sicherleich etwas daraus mitnehmen.

Leseempfehlung:
Ganz kurz: Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Rating:





4 von 5 Büchern



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